Florian Kruse/Nils Nuernberg/Paulo Olarte – Action Series Vol. II (GLK 028)

Galaktika Records heißt der Laden aus dem die neue Kruse/Nuernberg stammt. Muss man nicht kennen – ein spanischer Laden der hauptsächlich Künstler unter Vertrag hat, booking betreibt und irgendwie auch ein so genanntes Künstlerkollektiv ist.  Ein Label von dem der gemeine Clubgänger wohl noch nie etwas gehört hat, was wiederrum auch nicht schlimm ist. Jetzt habt ihr es zumindest mal gehört und dabei belassen wir es.

Wenden wir uns der Single zu:

The Extra Breath of Live ist ganz Kruse/Nuernberg mäßig. Feinster, grooviger Tech-House. Viel Ibiza und White Noise aber eigentlich wenig Hamburg wie die Protagonisten vermuten lassen würden. Ein positives Stück Musik. Die beiden Herren scheinen hier mal was anderes aus zu probieren und es funktioniert. Der Bass brubbelt fleißig vor sich rum und vorne wird die E-Gitarre angezupft. Fleißige Achtelnoten springen umher und wir mit ihnen.

Die B-Seite ist der komplette melancholische Absturz. Jemand muss diesem Paulo Oarte sein Heimkeyboard geschenkt haben. Der Drumcomputer klingt als ob er gleich stehen bleibt. Mehr nicht. Ich glaub B-Seiten werden ab sofort nur noch bei Ausnahmen besprochen.

[rating: 75/100] A-Seite
[rating: 35/100] B-Seite

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Leif – Remember EP (Boe Recordings 008)

It’s House time; so auch bei der neuen Life EP. Sommerterassen Musik oder wie böse Zungen es nennen: Fahrstuhlhouse. Alles irgendwie ganz nett. Gut gesungene und gemasterte Vocals von Donna Lea. Ein Housebeat der alten Schule. Der Song geht schon in die Beine. Aber irgendwie mehr mit einem kühlen Drink in der Hand und dann auch nur maximal bis zum Fußgelenk. Auf die Tanzfläche lockt er uns jedenfalls nicht. An der mangelnden Sommerstimmung kann es nicht liegen. Irgendwie zu egal aber eben auch nicht schlecht.

Der Azuni Remix versucht das ganze ein wenig tiefer und mit Strings. Die Vocals mögen die da wohl. Aber im Grunde ist dieser Remix von Remember nur der kleine Bruder der zwar schon mit den großen spielen will aber nachts noch heimlich ins Bett macht.  Nicht der Rede wert.

Wir werden aber englischen Labels auch weiterhin eine Chance geben

[rating: 40/100]

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Dapayk Solo – Berlin Bedlam (LEENA 017)

Wenn Herr Dapayk Songs ohne seine Frau Eva Padberg macht dann darfs gerne etwas mehr sein. Kein extra Schnitzel oder noch ein bißchen Sauce, eher eine gute Portion Drive von Unten und ordentlich Kicks’n’Drums. Ein Berliner Durcheinander ist die Leena 17 aber ganz gewiss nicht. Prime Time Song trifft es wohl eher und Dapayk baut vor, für die Zeit in der es wieder in den Club geht und alle sich dieses Brett von der Funktion One Anlage um die Ohren scheppern lassen.

Zu Berlin Bedlam (Die A-Seite) gibt es dann auch nicht mehr viel zu schreiben. Interessant ist, dass der Song in seiner Verbindlichkeit und Stringenz eher auf Mobilee selbst als auf das Sub-Label Leena Music gepasst hätte. Aber was können Aussenstehende da schon entscheiden. Viel wichtiger ist doch das Berlin Bedlam mit einer Menge Schub ausgestattet ist mit seinen verfremdeten Synths so verrückt spielt, dass es zwar mittendrin richtig tief und dunkel wird, im gleichen Augenblick aber irgendwer den Lichtschalter anknippst und ein wenig White Noise versprüht, sodass man selbst Dapayk lächeln sehen kann. Das Ding könnte ein Hit werden und wir nehmen es in die Playlist auf.

[rating: 95/100]

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Mathias Mesteño – Mustangs In Utah (UY035)

Nur zwei Strassen von uns entfernt befindet sich eines der umtriebigsten Labels 2009/10. Upon You Records, die Kollaboration von Marco Resmann, Marcus Meinhardt (alias Phage) und Hawks Gruner. Upon You hat übrigens nur Männern unter Künstlerverträgen, aber das ist eine andere Sache.

Labelcode 36 jedenfalls verbirgt Mathias Mesteño. Dessen Platte Mustangs In Utah mit dem Track Buckskin hat gerade so ziemlich alles, was dem aktuellen Technotrack abverlangt wird. Das heißt jetzt nicht, dass es hier kommerziell oder gar leidenschaftslos produziert wird. Nein im Gegenteil. Mesteño ist spätestens seit Dixies Diner in den Plattenkoffern oder auf den Festplatten vieler. So wohl auch im neuen Machwerk.

Eine Knackig Drummline und ab und zu eingespielte, kurz Dumrolls, wie man sie vielleicht von Super Flu kennt, bilden das Gerüst. An dieser Konstruktion lässt Mathias Mesteño nun schön harmonische Strings als Loop vorbeischlendern, welchselt die Snare, die Hi Hats und verdichtet alles. Nur im dann noch diverse Vocalsamples auszupacken die mal als Loop oder Einzelautritt zur gelungenen Mischung beitragen. Professionell gut.

Könnte man Buckskin noch unter House verbuchen, wirds bei El Mestengo schon technoider oder tech-housiger beim 3. Track Bareback. Alles recht gut gemacht und durch alle Tracks schimmert ein Hauch Oldschool durch.

[rating: 80/100]

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Pier Bucci-Pipo Torrez (MC011)

Erst vor 2 Monaten hat Pier Bucci sein respektables Album Amigo auf dem eigenen Label Maruca veröffentlicht*. Da legt er jetzt schon mit seinem zweiten Single-Release nach welcher keine Albumauskopplung ist.

Ja Pier Bucci. Den meisten sicher bekannt seit dem Haj Consuelo Remix von Samim, legt nach wie vor ernste elektronische Töne an den Tag. Sesua und Telefono sind zwei herrlich straighte Techno tracks. Nicht unbedingt Sound für die Prime Time aber auch nicht zum after-hour Abhängen. Zuckende Hi Hats lassen die Ohren auf für das kleine Glockenspiel bei Telefono. Eine leicht verknarzte snare übernimmt die Aufgabe des “hier bin ich” bei Sesua. Der Beat: treibend und die Geschwindigkeit: immer noch annehmbar und nichts für zuckende Strobos. Man hört den Chilenischen Sound (wenn es denn soetwas gibt), ein wenig wie alte Ricardo Villalobos Platten. Dieser Sound ist groovig, beginnt kurz nach der Siesta und kann bis in den nächsten Morgen tragen. Trotzdem ist Pipo Torrez kein abgegriffene Handknauf an der Tür zur Tanzfläche. Ein Song der wächst und Potential hat.

[rating: 85/100]

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