Die Botschafterin der Republik Kazantip

“KaZantip ist das größte Festival für Elektronische Tanzmusik in der Ukraine. Es findet jedes Jahr zwischen Mitte Juli und Mitte August an einem Strand auf der Krim statt. Dort spielen über 300 DJs auf insgesamt 12 Dancefloors rund um die Uhr. Die Besucher des Festivals kommen aus dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion, aus der gesamten EU und auch aus Übersee.”

Die DJane im Video ist DJ Beauty. Sie gilt als die offizielle Botschafterin der Republik Kazantip. Formal gekleidet gibt sie sich die größte Mühe dem diplomatischen Protokoll zu Folgen und die Interessen der Republik zu vertreten. Oder wie es User Turbotapir bei Youtube kommentiert: Amphetamin-Soldier

Das Festival war mal sowas wie ein Geheimtipp. Schwer hin zu kommen, wenig bekannt (jedenfalls im deutschsprachigen Raum) und irgendwie noch pur. Nach dieser Reportage schien es jedoch, dass jetzt auch der Ruhrpott einfällt und man gleich zu Hause bleiben kann. Ukrainian Mallorca sozusagen. Wir waren leider noch nicht da, deswegen sind die Aussagen von uns, aus der Ferne, natürlich unter Vorbehalt. Seinen Reiz hat Kazantip wohl aber immer noch.

offizielle Kazantip Website (russisch)

deutsche Kazantip Website

Unispiegel mit einer langen Reportage

via Clubvirus

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Radio Slave – Roof Top (REKD 007D)

Radio Slave bringt seichtere Töne Was hat Matt Edwards alias Radio Slave nicht schon alles an großartigen Hits produziert. Darüber hinaus als Remixer für die unterschiedlichsten Künstler agiert und ist dann auch noch mehrmals zum Produzent des Jahres gewählt worden. Grund genug, Neuveröffentlichungen von Radio Slave auch wirklich mal anzuhören.

Roof Top kommt spärlich daher. Momentan nur als Digitalrelease und ohne Beigaben in Form von Tools oder remixes, das kann aber, wie die Erfahrung zeigt, noch werden. Die Vinyl wird irgendwann im Oktober erwartet. Verrückte Welt. Der Song ist wirklich Roof Top Musik. Für die Clubdächer dieser Welt, welche bekanntermaßen nur im Sommer bespielt werden können. Da der Sound des Sommers nunmal House ist, lies es sich Radio Slave auch nicht nehmen, diesem Genre seinen Stempel aufzudrücken. Die Bassline kommt, wie man es eigentlich gewohnt ist, hart und mächtig stampfend daher, fast wähnt man sich als falle gerade ein Stück rohes Fleisch auf einen ein, wie man bei Matt Edwards RJ den Eindruck gewinnen konnte. Als dann aber die Synthies einsetzen, wähnt man sich auf der sicheren Seite. Roof Top möchte keinen Geschwindigkeitsrekord aufstellen aber auch nicht einschlafen. Etwas dazwischen, was irgendwie pendelt zwischen fußwippend Sitzen und locker schwoofend. Sehr genehm. Stillistisch beschränkt sich Radio Slave aufs Wesentliche. Als einzige weitere Spur lässt er nur noch ein nicht näher definiertes Trötinstrument zu welches einem sein Thema um die Ohren säuselt. Wir lassen die Handtasche zu Hause und packen die Sonnencreme fürs Dach ein.

[rating: 7/10]

Radio Slave – Roof Top (REKD 007D) anhören und kaufen

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Sascha Braemer & Niconé (Philip Bader, Nico Schwind) – Thänk You (Bar25-14Rec)

Thänk You möchte man sagen an die Bar 25, dass sie zu einem Mythos beigetragen hat, der über der Berliner Technoszene schwebt, dass sie für einige SaSoMo mit erfunden hat. Da wir aber hier nicht auf das gleichnamige und angelehnte Etablissement eingehen wollen, sondern auf das Label nebst Künstler, belassen wir es dabei.

Tech-House-Polka knallen einem Bader, Schwind und Braemer um die Ohren. Wie schon bei Nur Mal Kurz kokettiert man wieder mit dem sonntäglichen “Wohnzimmer” der Berliner Partyszene und scheut sich auch nicht um eine zufällig passende Radiotauglichkeit des Tracks. Jedenfalls wird der entsprechend geschnittene Edit beim Digitalrelease gleich mitgeliefert.

All das ist aber vergessen, schmeisst man Thänk You einmal an. Wir müssen dem Pressetext zustimmen, wenn es heißt, dass sich da ein Bar25-Sound herausbildet. Grooviger Tech-House mit einem Schmunzeln und dem ironischen Einsatz von Vocals, die mal dreckig mal vordergründig mal lachend sind. Mitschunkeltechno auf hohem Niveau. Knackige Beats und eine angezupfte Snare machen hier den 4/4 Takt zum Vergnügen. Der Track hält sich nicht lange mit Peaks oder sonstigen Auf-/Ab- oder Umbauten auf, sondern kommt gleich zur Sache. Warum nicht öfter so?

Die Remixes der drei Herren decken das ganze Spektrum von Minimal, Techno und Deepness ab. Manchmal etwas einfallslos und zu verspult aber dennoch spielbar. Eine schöne Dreingabe ist das Barcapella Tool was für den geneigten Remixer oder Mashupper wohl ein paar neue Möglichkeiten bietet, die Vocals doch einfach mal woanders einzusetzen.

Auf jeden Fall werden wir diesen Song die kommenden Wochen am Ende des einen oder anderen Sets hören.

[rating: 9/10]

Philip Bader, Nico Schwind, Sascha Braemer – Thänk You (Bar25-14Rec) – anhören und kaufen

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