Daniel Mehlhart – Fistbump EP (MOVIDA003)

Movida Records heißt die neue Klitsche auf der schon Robag Whrumes “Lampete” erschienen ist. Jetzt also Daniel Mehlhart mit der Firstbump EP. “Origami” aber auch “Deep Crazy Synth” waren toll und rotieren hier immer noch. Na dann schauen wir mal, was es jetzt Neues auf die Ohren gibt.

Um es gleich zu sagen: “Fistbump”, die erste Single auf der EP klingt nach Kaugummiautomaten. Menschenskinder wie gleichgültig ist das denn? “esta musica” trällert es dazu ein paar eingespielte Strings, Beats, Snares und Claps. Das soll der sogenannte sommerliche Housesound sein? Nicht nur, dass man dieses Spiel in unterschiedlichen Variationen schon mehrmals gehört hat; da bekommt der Track mit Spanischen Vocals auch noch den Touch von Handtaschenhouse. Es fehlt eigentlich nur noch die dicke Drumroll, Whitenoise und Laser plus Nebel und wir stehen irgendwo mit 60€ weniger in der Tasche in einer Großraumdisco mitten auf Ibiza. Toll. Nein Spass beiseite. Der Track ist einfach egal, keine Hook, nichts zum fest halten. Ein wenig wie diese Barlounge CDs die man erst wahrnimmt, wenn sie zu ende sind. Den Franco Cinelli Remix lassen wir auch gleich links liegen, das ist das Gleiche in Grün.

Mehlhart muss zur zweiten Hälfte aufgewacht sein. Mit wesentlich anderen Elementen wird nämlich bei “Lowkick” gespielt. Wenn mit low die tiefe der Bassline gemeint ist, handelt es sich hier wohl um einen Volltreffer. Der Track grummelt so tief wie Obelix Magen kurz vorm Wildschweinfest. Das ist mit Sicherheit ein Clubtune. Als Beilagen wird leider nur Geklöppel und ein paar Pianosynthies serviert. Viel low aber zu wenig kick für unseren Geschmack. Wen kümmert das aber, solange es brummt.

Wir verbuchen diese Daniel Mehlhart Platte mal unter ‘einfach zu öde’ und belassen es dabei.

[rating: 5/10]

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Feindrehstar – Knochenbrechers Ball (MK33)

Musik Krause 33

Musik Krause das ist Wighnomy Brothers Land. Die Wighnomys gibt es leider nicht mehr als Duo aber ihre Einflüsse haben die ganze Labellandschaft rund um das Mutterlabel Freude am Tanzen aus Jena geprägt. So scheint es nur logisch, dass man mit der Jazzkapelle Feindrehstar die hinterlassene Lücke sehr gut füllt.

Feindrehstar stehen für live gespielte Clubmusik, die sich selbst unaufhörlich in eine gewisse
akustische Trance begeben und dabei die wichtigsten Essenzen aus Hip-Hop, Jazz, House,
Funk und Worldmusic herausfiltern, um dem Publikum häppchenweiße das zu geben, wonach
es im Innersten schreit. Gemessen an deutschen Musiktraditionen stehen sie für ihr eigenes
Genre: Krautclub!

Mit Knochenbrechers Ball bringt Feindrehstar die erste Auskopplung aus dem Album Vulgarian Knights. Da lässt man es sich nicht nehmen, den geneigten Musikfreund gleich mal in die Deepness des Jazz zu entführen. Drums, Trompete, Saxophon und Piano alles live eingespielt. Organic Techno sozusagen. Der Sound hier ist mehr, als die ewigen, mit Jazzsamples unterlegten Houseplatten oder die, als großer Wurf verkauften, live geträllerten Saxophonstücke bei diversen DJ Gigs. Nein, das hier ist Ensemblestyle. Natürlich hat man bei den drei Stücken der Platte auch mit der Drummaschine und dem einen oder anderen Computer nachgeholfen. Auf dem Album selbst sind die Originalstücke um einiges Reduzierter, was die Beigabe elektronischer Arbeit angeht. Gerade die Single Vulgarian Knights ist im Original eher einer BigBand mit Nu Jazz/Breakbeatelementen als einem housigen Clubsong zuzuordnen. Knochenbrechers Ball ist dadurch aber um ein gutes Stück tanzbarer geworden und wird so zum deepen Housestück. Allerlei Versatzstücke umkreisen Percussionelemente, wirbeln mit den soulig eingespielten Vocals umher. Eine nichtorganische Bassline blubbert den groove immer weiter nach vorne und das Piano, ja das Piano, tut sein Übriges dazu. Wir werden nicht auf die einzelnen Tracks eingehen, da wir die Platte als gesamtes Stück betrachten und jeder Track für sich zu dem anderen passt wie die Faust beim Knochenbrecher.

[rating: 9/10]

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Nils Penner – Homage EP (WW005)

Was für ein dämlicher Name für einen vielversprechenden Produzenten. Andererseits sollten wir uns nicht so weit aus dem Fenster lehnen, denn ob der Name Nils Penner künstlerischer Natur ist oder Mutter und Vater gegeben, konnten wir leider nicht in Erfahrung bringen. Auf sich aufmerksam gemacht hat Nils Penner jedoch zusammen mit Muder in ihrem bisher bekanntesten Song Presence Of Another Man. Jetzt wird nachgeliefert.

Der Song liegt hier schon seit einer Weile rum und fast hätten wir ihn ungehört weggepackt. Dann aber eines besseren besonnen und siehe da, die Sonne ging auf.  Nils Penner muss beim Track Homage entweder auf irgendwas Bewusstseinserweiterndem gewesen sein, in melancholischer Habachtstellung an irgendeinem Strand der Welt gesessen haben oder einfach nur gut drauf gewesen sein. Denn dieser Track ist einfach nur … gleich kommts … schön! Jazzelemente flattern federleicht über einem wie Stachelrochen in der Tiefsee. Sanfte Flächen und das ein an ein verzerrtes Didgeridoo erinnerndes Flackern im Hintergrund machen sich keine Mühe direkt ins Rampenlicht zu treten. Den Job übernehmen hier die doch recht straighte Drumline nebst ihren HiHats. Die wiederrum wird aber durch Jungs und Mädel aus der Synthie und Flächenabteilung locker leicht abgefedert. Um dem ganzen noch die Sahnehaube aufzusetzen gibt es, na was wohl, Vocals. „This is eye/isle of the sunshine“, alles nicht zum Einschlafen aber auch nicht zum Durchdrehen.

Wir wissen nicht an was oder wen diese Hom(m)age gerichtet ist. Es ist im Grunde auch egal denn wir lieben den Track.

Es sind noch zwei weitere Tracks mit dabei für die unsere Gefühlsempfindlichkeit aber leider aufgebraucht ist.

[rating: 10/10]

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PS: Auf der Seite des betreuenden Labels Wazi Wazi Music gibt es auch gerade ein nettes Set von Nils Penner zum Hören.

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