Pitto – Sea Lion Woman (OXCY004) [Feist Bootleg]

Wenn nicht die Niederlande dann zumindest Italien. So scheint es diesen Sommer zu jedenfalls das Kredo der Europäischen Elektroszene zu sein. Und die Hitdichte aus diesen beiden Ländern ist verdächtig hoch. Diesmal hat Pitto den Vogel abgeschossen. Der Song ist fast schon tot gespielt, durch unzählige A-Level DJ-Mixes. Was jedoch nichts daran ändert, dass die Distributionswege für die Retailplatte doch etwas länger sind als das schnell gestampfte Promoscheibchen.
Mit Sea Lion Woman flattert aber nun ein schönes Stück House in die Playlist, welches durch diverse Remixbeigaben einen echten Mehrwert hat. Das Label OXYD City, ein Sublabel von OXYD Records (deren Website gerade irgendwie zerschossen ist), legt hier ganz präzise das Ohr an die swinging Mood dieses Sommers. Das Originalstück von Feist, wird hier in guter Handwerkskunst für die Tanzfläche adaptiert. Was vorher noch als Bootleg umhergeisterte wird nun als eigenständiger Release an den geneigten Hörer gebracht. Wohl ein Grund für die längere Verzögerung, die guten alten Rechte zum Remixen.

Handclaps alter Schule und eine daherzwitschernde Snare bereiten das Rhythmusbett auf dem die weiblichen Vocals ausgelassen rumspringen. Damit das ganze auch House genannt werden kommen dann noch ein genüsslich pumpender Beat dazu und alle nur so yeah.

Die Re-Edits von von Pirupa und Combo sind im Großen und Ganzen entweder etwas dubbiger (Pirupa) oder langsamer und mehr swingend für den Hausgebrauch (Combo). Auf alle Fälle eine schöne Zusammenstellung.

[rating: 8/10]

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Moonbeam – Distance (TRAUMV 126)

Traumschallplatten; ein Label welches erstens für ein breiteres Spektrum an elektronischer Musik steht und zweitens eines der beständigsten und größeren Label der hiesigen Elektrolabellandschaft darstellt. Aber auch hier scheint man gerade auf Bewährtes zu setzen und schickt mit der Katalognummer 126 Moonbeam ins Rennen. Die beiden lassen sich auch nicht lumpen und schnalzen einem dermaßen sauber abgemischte Claps, Synths und HiHats um die Ohren, dass es selbst am Telefon noch sauber klingt. Was nach diesem Aufbau beim ersten Track Distance kommt ist deepe Clubtauglichkeit. Ein Song der, man kan es nicht anders sagen, funktioniert und professionell produziert ist. Auch wenn diese Äußerung recht technisch und kühl klingt, der Song das Zeug zum Augen schließen und treiben lassen … mitten auf der Tanzfläche.

Bei The Underwater World hat man es dann schon fast zu weit getrieben mit einem flangerndem Bass und sehr käsigen Synthesizer Sounds. Eher was für die Lieblinge niederländischer Großhallenmusik. Oder wür müssen toleranter werden und eingestehen, dass immer mehr Tranceelemente auch in die konventionelle elektronische Musik Einzug halten. Aber das möchten wir eigentlich nicht. The Underwater World ist jedenfalls fast der kleine Schritt zuviel.

Der letzte Track des Releases will es dann nochmal wissen. Acidelemente mit Whitenoise und KlickerKlacker. Außerdem hat noch jemand heimlich am Tempo gedreht, sodass die ganze Nummer ein wenig hastiger wirkt. Schade eigentlich, denn Distance klang am Anfang recht vielversprechend. Anyways, in Zeiten von MP3 kann man sich ja auch getrost nur einzelne Tracks kaufen.

[rating: 6/10] inkl. der letzten 2 Tracks

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PS: Von Distance gibt es beim MP3 Release noch den Fresca Hilly Billy Remix. Angesichts des Namens braucht der Track wohl nicht weiter erklärt werden. Aber soviel sei gesagt, er ist so ziemlich das Gegenteil vom Original. siehe Video

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Âme – Rrose Sélavy EP (IV28)

Innervisions 28

Über das Label Innervision und das Künstlerduo Âme braucht man eigentlich nicht mehr viel zu schreiben. Der Stil ist bekannt. Der Sound wird geliebt und Âme selbst hat sich mit Rej auf dem gleichen Label für immer in der Technoszene verewigt.

Dennoch muss auch das neuere Zeug aus den Händen der beiden Karlsruher unbedingt gehört werden. Subtil geht es los mit einem tief wabernden Beat bei Rrose Selavy. Den Song hatte man in naher Vergangenheit schon oft als Opener auf diversen Sets von Âme gehört. Leicht klackt es im Takt, alles immer um eine Millisekunde verschoben. Dazu ein seichtes Vocal, was ganz gewissenhaft daherflüstert. Wäre der Song von seiner Machart lauter, könnte man fast von Industrial reden. Aber trotz seines Drucks beim Bass ist das eher was für das Cool-Down-Set oder eben zum zu Hause hören. Wirklich deep aber eben nicht mit dem Dampfhammer.

Die Jungesellenmaschine macht mit lang angespielten Synthiesounds gleich eine ganz andere Tür auf. Geloopte und gefilterte Pianoklänge treffen White Noise zu einem kleinen Tratsch. Das ganze Endet plötzlich in der Mitte des Tracks und es wird sich neu aufgebaut. Kann man machen. Nur eben dieses White Noise. Das entwickelt sich langsam zu Nebelmaschine der Technomusik. Der Song lässt einen dennoch herlich abdriften. Denn eins kann man sagen: Gut ist er.

[rating: 7/10]

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