Todd Terje – It’s Album Time

Todd Terje wird ja gerade kritikermäßig abgefeiert wie sonst was. Jedes Indie-Soundcloud-Afterhour Girl was etwas auf sich hält, shared seinen Sound und schickt likes und Herzen durch die sozialen Kanäle, als würde sie mit Todd seit Jahren per Du im Yogakurs sein. Zugegeben, uns war sein Sound dann doch eine lange Zeit zu cheesy. Gerade nach dem Essential Mix verstanden wir die Welt nicht mehr. Was feiern die nur an dem?
Langsam glauben wir es verstanden zu haben. Mit seinem Album “It’s Album time” klimpert sich der Norweger irgendwo zwischen Loveboat und Acapulco hin und her. Da hat die Fahrstuhlnummer genauso ihre Daseinsberechtigung wie der ztternde 80s Sound – verrückt die Skandinavier.
Und wir verstehen langsam. Todd Terje macht sein Ding, macht das auf was er Lust hat oder er verarscht uns am Ende einfach alle.

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Vermont – Vermont

Ja, guter LoFi/Easy Listening ist selten, sucht man ehrlichen Sound abseits der Café del mar/Budda Lounge/Relaxirgendwas Compilations. Zumindest Marcus Worgull und Danilo Plessow (vom Motor City Drum Ensemble) liefern jetzt einfach mal. Mit ihrer Scheibe Vermont gehts in die Tiefen der Technik. Hier werden Spannungsbögen mal richtig ausgekostet und kein Mensch vermisst irgendwelche Drops oder sonstiges vierviertel Gewitter. Im Gegenteil, der Synthi und der Filter sind das Ziel. Starkes Album für mehr als einfach nur Durchhören.

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Michel Geißdorf – Ein Traum

Blogs sind mitlerweile ein fester Bestandteil, wenn es darum geht, so eine richtig freshe PR-Kampagne für die geile neue Single von XY abzufeuern, dass das Ding richtig credibility und awareness bekommt. Da wird dann der Admin direkt angeschrieben und bekommt neben kostenloser Musik so ordentlich fetzige Pressebilder und nen hammermäßigen Text, der in den Tiefen aller bekannten vergleichenden Musikrezensentenmethoden wühlt. Oder es wird gleich eine Bemusterung angeboten, bei der man dann wöchentlich die heißesten Neuerscheinungen bekommt und hoffentlich darüber schreibt.

Und dann gibts ab und an noch die kleinen Einzelkämpfer, die alles selber machen, die kein Label im Hintergrund haben, keinen Promodienst, keine PR-Bude und irgendwie ihr Ding durchziehen wollen. Die kleinen Produzenten, die hoffen, dass da draussen noch wer ihren Scheiss geil findet als nur die Kumpels die zum Biersaufen vorbeischneien und dann bei der Vorstellung mit dem Kopf nicken und alles Neue von ihrem Kumpel/ ihrer Freundin super finden.
Zugegeben wir nehmen gerne alles Neue, was von irgendwo her kommt. Selber suchen und entdecken macht zwar sehr viel Spass und ist auch der Grund warum wir das hier machen. Wenn aber die Sachen gut sind, die an uns herangetragen werden (das sind beim besten Gewissen die Wenigsten), dann zeigen wir das gerne her. Noch mehr beeindruckt uns dann, wenn sich einer die Mühe macht, alles per Hand auszusenden und dabei womöglich jedes Mal ein bisschen aufgeregt ist, ob das auch ankommt beim Geschmack, des ach so ironisch-zynischen und weltbewanderten Musiknerd. Michel Geißdorf (wir würden ihm ja zu einem Künstlernamen raten) hats gemacht. Und wir finden das gut. Ach und dann hat der auch gleich noch ein Album hingelegt. Warum machen wir das nicht?

Michel Geißdorf – Ein Traum LP

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