Nach dem Intellektuellen Techno der vergangenen Tage, haben wir uns mal ein gutes Stück Techhouse vorgenommen. Miyagi und Ronald Christoph haben sich mal des gepflegten Subbass angenommen. Der hat es dann auch in sich. Stampfend und deep wabert Betty Sweet sich vor bis zu schön verspulten und durch Filter annehmbar verzerrten Percussion- und Blasinstrumenten. Ein unaufgeregter Track der für ordentlich Druck auf dem Floor sorgt.
Whatpeopleplay, der Onlineshop, der Dealer für frische, aufregende und teilweise auch mal abseits des Mainstreams spielende elektronische Musik, macht jetzt einen auf Label. Für den ersten Release wurde La Fleur mit Flowerhead auserkoren. Aber halt! So richtig ist das nun auch wieder nicht. Continue reading “La Fleur – Flowerhead Revisited (WPP001)” »
Das Agoria mehr kann als “nur” Techno war ja spätestens nach der Carl Craig Nummer Speechless klar. Jetzt wird mit Impermanence nachgeliefert. Wenn man den Albumtitel mal positiv nimmt, dann ist das Album die Synthese aus einem unbeständigen Schaffen von Agoria.
Ganz besinnlich geht es mit Kiss My Soul featuring Kid A los. Ein Pianosolo und zarter, ja fast zerbrechlicher Gesang. Ein Titel den man eher am Ende des Albums vermutet hätte. Falsch gedacht. Es bildet einen athmosphärischen Einstieg in diese deepe und verträumte LP. Impermanence ist gespickt von kleinen und großen Momenten. Hitpotential haben viele Tracks aber schaffen wird es wohl nur die Carl Craig Nummer. Agoria, der mit seinem Label Infiné ganz nebenbei auch noch sein Albumdebüt feiert, setzt sich die messlatte hoch. Pop und Dance geben sich die Klinke in die Hand und am Ende fragt man sich, ob die Platte jetzt eher Club, Wohnzimmer oder in der Spex anzutreffen ist.
Es ist schwer den Charakter des Albums einzufangen. Zwar gibt es so gut wie keine Temposprünge, alles ist fein säuberlich mit Synthies unterlegt die eine gewisse Tiefe versprechen, ab und zu blitzt ein Gesang auf. Dennoch bleibt auch nach mehrmaligen Durchhören nichts hängen. Auch wenn die LP auf sehr hohem Niveau produziert ist.
Ruhige, groovige Nummern haben ja gerade Konjunktur. Geradezu soulig geht es bei den labels Connaisseur, Wolf + Lamb, Kompakt oder Freude am Tanzen zu. Ganz vorne weg dieser Bewegung steht die experimental-house Truppe aus Frankreich dOP. Deren Label Circus Company generiert sich damit auch gleich als sicherer Hafen für all die verletzlichen Soulheads. Nicholas Jaar, Robag Wruhme und Nôze releasen hier ebenso wie Ark oder DJ Koze.Warum wir das schreiben? Weil wir eigentlich ein wenig verwundert sind, warum ausgerechnet zwei ausgewiesene Künstler (dOP & Seuil) des Cicus Labels auf dem weniger bekannten Label Eklo Music veröffentlichen. Oder handelt es sich dabei nur wieder um ein Sublabel des großen Mutterschiffs?
Das ganze hin und her sagt ja nun auch noch nichts über den Song aus. Der geht aber sowas von unter die Haut. Eine leicht vibrierende Harmonie mit einem ernst zu nehmenden Wechselspiel von Claps, Drums und kleinen zuckenden Snares stellen die Plattform auf welcher der Gesang von Jonathan Illel sich leise ausbreitet; in einem wunderbaren Wechselspiel mit leise aber druckvoll eingespielten Bläsertönen. Alles sehr organisch, wie man es von dOP gewohnt ist und dennoch ist die Platte ein wenig anders als der Sound von ihrem Album Greatest Hits.
Wir wünschen uns damit mehr Gänsehaut und ernstzunehmende elektronische Musik für den Heimgebrauch.
Dapayk hat jetzt auch organische Töne, besser das Saxophon oder die Trompete entdeckt. Ganz genau lässt sich das bei seinem Track Michael Doodiekopf nicht sagen (wir nannten Michael Dudikoff früher immer Michael Nudeltopf aka die Ninjasternkampfmaschine). So wird in dem Song auch gnadenlos gefightet. Hier wird der organische Sound, der sich nun wie genannte, schwer verorten lässt, gnadenlos durch seine Filter gejagt und schiebt schiebt sich mit einem herrlich progressiven beat nach vorne. Immer wieder baut sich dieses Stück neu Techno auf. Manchmal ein wenig zu lang. Man bedenke, nur wieviel Tracks es mitlerweile gibt die aus nichts anderem zu bestehen scheinen, als einem Aufbau zum nächsten White Noise’schem Höhepunkt. Für Dapayk sollte in einem ehrlichen Set aber immer Platz sein.
Genug der braven Leistung, denn die eigentliche Bombe versteckt sich auf der anderen Seite. Da haben mal wieder Super Flu ihre schmutzigen Finger im Spiel gehabt und gleich mal das Filterrepertoire ausgetauscht. Zum Vorschein kommt einer dieser Hits á la Monaberry. Pulsierend, versetzte Loops mit kleinen, stärker werdenden Drumrolls. Das ganze klingt bei erstmaligem Hören irgendwie langweillig. Auch wir haben gebraucht und dann festgestellt, dass die Scheibe durchaus Potential hat. Let’s go!
Martin Stimming ist wohl einer der aufregensten Produzenten der letzten 3 Jahre. Von Anfang an war er auf Solomuns und Adrianos Label Diynamic dermaßen präsent, dass er den Sound des Labels maßgeblich mitentwickelt hat. Seine Produktionen haben von Anfang an ein sehr hohes Niveau und sind wohl auch mit verantwortlich für momentan sehr hippen langsamen, groovigen Housesound der landauf landab gespielt wird.
Wenn Techno Emotionen hat und nicht nur hervorruft, dann ist Stimming momentan der Produzent, der weiss wo die Regler dafür liegen. Die DIYNAMIC 44 ist Stimmings sechste EP. Es ist nicht viel Überraschendes im Sinne von neuem dabei. Aber vielleicht ist es gerade das was den Sound ausmacht. Streicher Akkorde, Piano Melodien und geschuffelte Samples. In jedem der 4 Tracks bohrt sich mal mehr mal weniger ein treibend, rollender Beat direkt ins Epizentrum des Songs. Immer passiert etwas. Mal sind es Sounschnipsel die umherfliegen, sich im Delay verirren und wieder nach vorne schiessen. Oder es ist das verspulte “Der Schmelz”, rauschend, zitterndes Klangwerk mit Gitarrensamples und einem organisch klingendem Beat und die allseits bekannten kleinen Kicks und Snares. Alles für die Tanzfläche aber auch für zu Hause. Für einen umfassenden Überblick empfiehlt sich das letztes Jahr erschienene Album “Reflections”.
Schmeiss die Drummaschine an, wir machen House. So siehts aus bei den Remote People und ihrem Label Remote Records (nicht zu verwechseln mit Remote Control). Alles jazzy alles gut.
Die 2 Track EP ist vor allem Understatement. Beim ersten Track Shadows stampft der seichte Housebeat vor sich hin und ein leicht klingendes E-Piano Sample flattert fröhlich nebenher. Unterbrochen nur von ein paar gestreuten Shouts. Das ist sonniger Nachmittagssound, der sich definitiv in der Jahreszeit geirrt hat. Leider wenig Abwechslung, so kann bei dem einen oder anderen schnell Langeweile aufkommen.
Bei Matthew Fox’d wagt man sich dann schon mehr aufs Jazzparkett. Die Drumline mittels einer Snare ein wenig aufgebohrt und die Heimorgel mastertechnisch mehr in den Vordergrund gerückt. Vielleicht ein Prelude für einen größeren Track im Set. Wir wissen es nicht. Wohl wissen wir aber, dass da mehr ginge. Dennoch ist das solider Ambient House mit einer Idee von Tanzfläche.
“For me, to release a special version of “speechless” on
vinyl only is a way of respecting the consumers who keep
on buying records, to arouse envy, to revive a soft
nostalgia. It’s certainly not a fuck off to the natural
evolution of the Music Industry, nor the apology of the
vinyl, too elitist. The debate needs to be qualified. But
today a vinyl exclusive track is an investment from the
artist and the label, so at the end of the day, the track
needs to be special.” AGORIA
Eines der schönsten Argumente, welche auf die seit längerem schwelende Debatte Vinyl vs. MP3 zielt. Fest steht, dass Agoria einer der Artists ist, der nachwievor auf Vinyl veröffentlichen und das mit einer gleich bleibenden, hohen Qualität. Ob das neue Album Impermanence jedoch nur Vinyl Only sein wird, wird sich sicher zeigen.
Speechless ist jedenfalls ein herzhaft deepes Stück Techno/Deep-House. Mit Vocals von Carl Craig und La Scarla. Ein absolutes Brett, welches sich er seich hineinschiebt und dann tiefer und tiefer wird. Ein klassischer Fall von unterschätzter Bombe. Der Song kommt komplett und das ist die große Kunst, ohne Peaks aus, sondern baut sich selbst immer weiter auf, bis er sich komplett verliert und die Augen schließen lässt. Wir sind gespannt auf das Album und feiern bei minimalen Licht und vollem Bass.
Wenn Robag Wruhme in die Remixkiste greift, dann heißt es in den meisten Fällen: hingehört! Diesmal hat es Fenin getroffen. Der hat mit seinem Album Grounded vor fünf Jahren versucht, Reggae, Dub und Techno miteinander zu verbinden. Dies ist ihm auch mehr oder minder gelungen. Schon damals stand fest, dass die größte Perle auf dem Album “None Of Them” ist.
So sah man es dann wohl auch in Jena und beim Mutterlabel von Fenin, Shitkatapult und hat die Stellschrauben mal richtig gedreht. War das Original noch locker groovig mit verschachtelten Beats versetzt, so hat Robag die Drums auf ein Minimum reduziert. Eine schleppende Drumline schiebt mit leichten klickernden HiHats die Shouds von Fenin vor sich her. Effektparade herrscht dann bei den Echos. Das erzeugt eine wunderbar dubbige Athmosphäre. Der Track ist für unseren Geschmack ein wenig zu schnell. Spielt man ihn aber mit einem Pitch von -2 entfaltet er seine ganze Deepness. Eine ganz dickes Stück Dubtechno ist das.
Der geneigte Technohörer und -abspieler, welcher im Club auch mal nach mehr brüllte, griff bisher gerne zu Platten aus dem Hause Monaberry. Und um ganz genau zu sein wird dann mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Platte der beiden Jungs von Super Flu rausgepickt. Jawolltechno direkt von der Front. Spätestens seit ihrem HitShinesind die beiden Hallenser alles andere als unbekannt. Zwar lässt sich auch bei ihnen das Format:B-Problem feststellen, (irgendwie ist das momentan nur eine Erfindung von uns) dass man sich nämlich mit den selben bekannten kleinen Samples durchs Arrangementdickicht wühlt und dabei immer wieder an Shine erinnert wird. Nichtsdestotrotz sind die Tracks von Super Flu mehr Musclecar als Limousine. Daher war es für uns auf den ersten Blick auch verwunderlich, warum da jetzt umbedingt noch eine Remixplatte der letzten 3 Veröffentlichungen kommen muss.
Wie dem auch sei, wir haben uns mal mit auf die Überholspur begeben und siehe da, es geht doch noch was. Im zweiten Gang wird hier gleich mal mit Format:B und ihrer Version von Didschn gestartet (den ersten lassen wir für den Ampelstart mal aus). Das sorgt für ein lustiges Phänomen. Als wenn zwei brünftige Hirsche sich zu Paarungszeit auf einer Waldlichtung treffen, geht hier das Gerangel um die präsentesten Basslines und Samples los. Super Flu mit angezupften Akkordeontönen vs. Format:B mit ihren drückenden Basslines. Es fehlen eigentlich nur noch die rollenden Drums von wem auch immer. Der Track hat jedenfalls mehr Testosteron als ein ganzes Rudel Jägermeister.
Linke Spur, hochschalten in den 3. Gang und Hanne und Lore kommen ans Steuer. Die beiden sind quasi Monaberry Eigengewächse. Wenn sie selber Songs machen, ist die Analogie zu Super Flu nicht weit. Remixen sie jedoch, dann wirds meistens interessant. Bei Oktavlachs ging der Schuss jedoch ein wenig daneben. Vielleicht ist es wie beim Chiptuning, man sieht es nicht aber hinten raus ist einfach mehr Leistung.
Bei Poppycock, der 5. Gang, Autobahn, Langstrecke, haben dann SuperFlu wieder selsbt Hand angelegt. Hier gilt die Cheesy Alarmstufe. Weiches Singsang und warme Beats klingen so gar nicht nach dem gewohnten Sound. Eher nach Koletzisierung der beiden Frontschweine. Recht poppig kommt das Stück daher und würde sich gut für sich sicher gut im Autoradio machen.
Zum Schluss darf dann aber Dapayk am gleichen Stück seine Hände anlegen. Er macht das einzig richtige und nimmt erstmal den Käse aus dem Stück. Packt ordentlich Wurst rein und traut sich dann doch nicht so richtig an die Vocals. Insgesamt wirds hier aber tanzbarer, clubbiger und ein gelungener Abschluss für die Autofahrt mit den Heimamelodien.
Und dann ist er plötzlich wieder da der Daniel Mehlhart. Mit einer ebenso liebevollen wie gut produzierten Scheibe “Groove Eimer” auf Monique Music. Am meisten angetan hat es uns die Nummer “Bad Ass Motherfucker”. Die härtere Wortwahl wird durch den seichten und schwoofigen Funksound (stilecht mit gesampelter Funkguitarre) kontakariert. Bad Ass sind auf jede […]
Man nehme eine dem Dubstep entlehnte Bassline und breaky Drums, setze auf das Ganze ein Akira-artig anmutendes Choralsample, halte sich nicht mit “Drops” und derlei Massentauglichkeitsindikatoren auf und wumms – hat einen Knallertrack, der rollt, wie der Osten das nun mal zu tun pflegt. So macht man das bei Acker Records und wer bisher nur […]
So nun aber mal wieder serious business hier. Techhouse! Nicht dieses Rummelbudenzeug, sondern richtig saftige Drums die im mittleren Teil des Gehörgangs noch ein wenig nachprickeln. Das alles nicht unnachgiebig aber dennoch schnörkellos verpackt und ab damit durch die Boxen. Bam! street date: 14.05.2012 Check this out:SOTD: Aki Bergen – Don´t Call Me Artist […]
Justin Martin wird Housiger. Zwar sind hier und da noch einige Ecken und Kanten zu erkennen, aber der breakige Miamisound mit dem er maßgeblich das Label Dirtybird definiert hat, scheint sich langsam abzuschleifen. Ist das nun dem schnöden Mammon geschuldet oder hat er sich einfach zu lange in Europa aufgehalten? Wir wissen es nicht und […]
“Schon wieder Mollono.Bass”, werden sie sagen, “klingt doch immer gleich mit seinen Akkordeonsamples”, werden sie uns vorhalten. “NA UND?!, Wir mögen es eben cheesy”, antworten wir da. Aus der EP “Der kleine Moritz” ist diese Nummer und die ist generell zu empfehlen. Check this out:SOTD: Stefan Biniak – Less DesireSOTD: Der E-Kreisel – Hot StuffJazzylectro [ […]
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