Andre Crom & Martin Dawson – Gonna Be Alright EP (OFF 017)

Es gibt ja so Samples da hat man das gefühl “nun ist aber gut” oder die ganz miesepetrigen “das Original ist aber um Längen besser”. Dem wird sich auch Andre Croms Label Off Recordings nicht entziehen können.

Das Original von Herb Alpert hat was oder? Bei aller Nörgelei sind wir aber dennoch am rein musikalischen Aspekt dieser Produktion interessiert. Gonna Be Alright ist kein neuer Song. Der Veröffentlichungstermin lag bereits im Ende des vergangen Monats und die gängigen SzeneDJs haben ihn schon gefühlte 3 Monate vorher gespielt. Das ist aber Usus und spricht nicht unbedingt gegen den Track. Das Ding ist kurz gesagt DISCO!

Warm stampfende Housebeats untermalt von dem weltberühmten Sample welches aller Wahrscheinlich nach von Herb Alpert. Notorious BIG hätte seine wahre Freude dran. Der Song weiss ganz genau was er tut. Ein netter Gesangspart plus Bongos was will man mehr. Also ehrlich, es ist fast zu viel des Guten. Da trifft die Bongo zusammen mit dem Alpert-Sample auf einen Gitarrenriff und der Soulsänger meint dann lautstark “everything is alright”. Hitschlampenalarm und keiner wird drum herum kommen. Außer vielleicht mit dem etwas deeperen und cowbowboy-mäßigen Huxley-Remix der durchaus aufgeräumter klingt und dadurch im Vergleich sogar ein wenig abstinkt. Ist halt eine ganz andere Party.

Auf der B-Seite hat man dann die Tür zum Studio 54 komplett geöffnet. Temptation ist Handtaschenhouse par excellence.

und hier nochmal Andre Crom & Martin Dawson:

[rating: 4/5]

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UPDATE: Das Label OFF Recordings war vor nicht all zu langer Zeit Gast im Berlin Mitte Institut und hat dort für eine sehr hörenswerte Labelshow gesorgt.

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Florian Kruse/Nils Nuernberg/Paulo Olarte – Action Series Vol. II (GLK 028)

Galaktika Records heißt der Laden aus dem die neue Kruse/Nuernberg stammt. Muss man nicht kennen – ein spanischer Laden der hauptsächlich Künstler unter Vertrag hat, booking betreibt und irgendwie auch ein so genanntes Künstlerkollektiv ist.  Ein Label von dem der gemeine Clubgänger wohl noch nie etwas gehört hat, was wiederrum auch nicht schlimm ist. Jetzt habt ihr es zumindest mal gehört und dabei belassen wir es.

Wenden wir uns der Single zu:

The Extra Breath of Live ist ganz Kruse/Nuernberg mäßig. Feinster, grooviger Tech-House. Viel Ibiza und White Noise aber eigentlich wenig Hamburg wie die Protagonisten vermuten lassen würden. Ein positives Stück Musik. Die beiden Herren scheinen hier mal was anderes aus zu probieren und es funktioniert. Der Bass brubbelt fleißig vor sich rum und vorne wird die E-Gitarre angezupft. Fleißige Achtelnoten springen umher und wir mit ihnen.

Die B-Seite ist der komplette melancholische Absturz. Jemand muss diesem Paulo Oarte sein Heimkeyboard geschenkt haben. Der Drumcomputer klingt als ob er gleich stehen bleibt. Mehr nicht. Ich glaub B-Seiten werden ab sofort nur noch bei Ausnahmen besprochen.

[rating: 75/100] A-Seite
[rating: 35/100] B-Seite

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Leif – Remember EP (Boe Recordings 008)

It’s House time; so auch bei der neuen Life EP. Sommerterassen Musik oder wie böse Zungen es nennen: Fahrstuhlhouse. Alles irgendwie ganz nett. Gut gesungene und gemasterte Vocals von Donna Lea. Ein Housebeat der alten Schule. Der Song geht schon in die Beine. Aber irgendwie mehr mit einem kühlen Drink in der Hand und dann auch nur maximal bis zum Fußgelenk. Auf die Tanzfläche lockt er uns jedenfalls nicht. An der mangelnden Sommerstimmung kann es nicht liegen. Irgendwie zu egal aber eben auch nicht schlecht.

Der Azuni Remix versucht das ganze ein wenig tiefer und mit Strings. Die Vocals mögen die da wohl. Aber im Grunde ist dieser Remix von Remember nur der kleine Bruder der zwar schon mit den großen spielen will aber nachts noch heimlich ins Bett macht.  Nicht der Rede wert.

Wir werden aber englischen Labels auch weiterhin eine Chance geben

[rating: 40/100]

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Dapayk Solo – Berlin Bedlam (LEENA 017)

Wenn Herr Dapayk Songs ohne seine Frau Eva Padberg macht dann darfs gerne etwas mehr sein. Kein extra Schnitzel oder noch ein bißchen Sauce, eher eine gute Portion Drive von Unten und ordentlich Kicks’n’Drums. Ein Berliner Durcheinander ist die Leena 17 aber ganz gewiss nicht. Prime Time Song trifft es wohl eher und Dapayk baut vor, für die Zeit in der es wieder in den Club geht und alle sich dieses Brett von der Funktion One Anlage um die Ohren scheppern lassen.

Zu Berlin Bedlam (Die A-Seite) gibt es dann auch nicht mehr viel zu schreiben. Interessant ist, dass der Song in seiner Verbindlichkeit und Stringenz eher auf Mobilee selbst als auf das Sub-Label Leena Music gepasst hätte. Aber was können Aussenstehende da schon entscheiden. Viel wichtiger ist doch das Berlin Bedlam mit einer Menge Schub ausgestattet ist mit seinen verfremdeten Synths so verrückt spielt, dass es zwar mittendrin richtig tief und dunkel wird, im gleichen Augenblick aber irgendwer den Lichtschalter anknippst und ein wenig White Noise versprüht, sodass man selbst Dapayk lächeln sehen kann. Das Ding könnte ein Hit werden und wir nehmen es in die Playlist auf.

[rating: 95/100]

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Mathias Mesteño – Mustangs In Utah (UY035)

Nur zwei Strassen von uns entfernt befindet sich eines der umtriebigsten Labels 2009/10. Upon You Records, die Kollaboration von Marco Resmann, Marcus Meinhardt (alias Phage) und Hawks Gruner. Upon You hat übrigens nur Männern unter Künstlerverträgen, aber das ist eine andere Sache.

Labelcode 36 jedenfalls verbirgt Mathias Mesteño. Dessen Platte Mustangs In Utah mit dem Track Buckskin hat gerade so ziemlich alles, was dem aktuellen Technotrack abverlangt wird. Das heißt jetzt nicht, dass es hier kommerziell oder gar leidenschaftslos produziert wird. Nein im Gegenteil. Mesteño ist spätestens seit Dixies Diner in den Plattenkoffern oder auf den Festplatten vieler. So wohl auch im neuen Machwerk.

Eine Knackig Drummline und ab und zu eingespielte, kurz Dumrolls, wie man sie vielleicht von Super Flu kennt, bilden das Gerüst. An dieser Konstruktion lässt Mathias Mesteño nun schön harmonische Strings als Loop vorbeischlendern, welchselt die Snare, die Hi Hats und verdichtet alles. Nur im dann noch diverse Vocalsamples auszupacken die mal als Loop oder Einzelautritt zur gelungenen Mischung beitragen. Professionell gut.

Könnte man Buckskin noch unter House verbuchen, wirds bei El Mestengo schon technoider oder tech-housiger beim 3. Track Bareback. Alles recht gut gemacht und durch alle Tracks schimmert ein Hauch Oldschool durch.

[rating: 80/100]

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Pier Bucci-Pipo Torrez (MC011)

Erst vor 2 Monaten hat Pier Bucci sein respektables Album Amigo auf dem eigenen Label Maruca veröffentlicht*. Da legt er jetzt schon mit seinem zweiten Single-Release nach welcher keine Albumauskopplung ist.

Ja Pier Bucci. Den meisten sicher bekannt seit dem Haj Consuelo Remix von Samim, legt nach wie vor ernste elektronische Töne an den Tag. Sesua und Telefono sind zwei herrlich straighte Techno tracks. Nicht unbedingt Sound für die Prime Time aber auch nicht zum after-hour Abhängen. Zuckende Hi Hats lassen die Ohren auf für das kleine Glockenspiel bei Telefono. Eine leicht verknarzte snare übernimmt die Aufgabe des “hier bin ich” bei Sesua. Der Beat: treibend und die Geschwindigkeit: immer noch annehmbar und nichts für zuckende Strobos. Man hört den Chilenischen Sound (wenn es denn soetwas gibt), ein wenig wie alte Ricardo Villalobos Platten. Dieser Sound ist groovig, beginnt kurz nach der Siesta und kann bis in den nächsten Morgen tragen. Trotzdem ist Pipo Torrez kein abgegriffene Handknauf an der Tür zur Tanzfläche. Ein Song der wächst und Potential hat.

[rating: 85/100]

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Dixie Yure – By Defection (NKR 10)

Wir mögen ja Vocals. Wir mögen auch beats die nach vorne gehen. Auch Samples dürfen es gerne sein. Wenn letzteres aber so so lieblos dahingerotzt wird, dann kann das einen ganzen Song zerstören. Ganz so weit ist es bei Dixie Yure nicht gekommen. Die Reaktionen bei verschiedenen Testhörern vielen ganz unterschiedlich aus. Einige stimmten uns zu und andere störte dieses “Tschwrrräp”-Sample weniger. Was jedoch allen und natürlich uns gefiel, war dieser herrlich abgemischte Beat und die warme kraftvolle Stimme. Mit einsetzten der Vocals merkt man gar nicht, dass es ein eigentlich recht schneller Song ist. Auf jeden Fall ein Stück Musik was hier ganz oben auf der Playlist steht und vollen Support genießt. Mit runtergedrehten Höhen, damit “Tschwrräp” nicht so im Ohr schmerzt.

[rating: 90/100]

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Ekkohaus – White Winter Lust (Cargo 016)

House House and more fucking House. So kommt der neue Release vom Griechen Ekkohaus daher. Bassdrum, Closed und open Hi Hat ab und zu eine Snare, die Hand Claps dafür ein wenig verpielter. Dazu ein Vocal Loop und ein paar locker eingespielte Chords. Alles sehr tanzbar. Aber haften bleibt nichts. Der Song klingt, wie momentan alles um die großen Überflieger des letzten jahres herum (Johnny D, Solomun, Stimmig etc.). Das kann auch Labelkollege Michael Melchner nicht so richtig rausreissen. Auch wenn er der Drumline ein wenig mehr Druck verpasst.

Die B-Seite nimmt sich der Sache ein wenig grooviger an. Parafumadores gibt dem Thema House einfach mehr Spin und etnschädigt dann auch in gewisser Weise für die etwas eintönige A-Seite. Jetzt müssen wir nur noch rausfinden wieso Ekkohaus die Scheibe White Winter Lust genannt hat, bei 38°C im Schatten

[rating: 67/100]

Ekkohaus – White Winter Lust (Cargo 016)

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Mathias Kaden – Studio Remixes Vol. 1 (VR 06)

Letztes Jahr wurde Studio 10, das Debut-Album von Mathias Kaden, groß gefeiert. Top 10 Platzierungen in allen nennswerten Musikpostillen und Anerkennung bei der DJ-Riege. Da dachten sich die Damen und Herren von Vakant wohl, dass man aus der Zitrone noch ein wenig mehr Saft rausholen kann. In solch einem Fall werden dann immer nahe oder auch weniger nahe stehende Künstler angefragt, ob sie denn nicht das ein oder andere Stück remixen wollen. So ist das auch bei Studio 10 passiert.

Für die erste der momentan 2 releases umfassenden Studio Remixes hat man sich niemand geringeren als DJ Koze ins Boot geholt. Koze hat sich für den Track auch gleich noch den freundlichen Japaner Tomomi Ukumori angefreundet und in wieder mit reingeschnipselt (digital natürlich, also rein virtuell). Wie der Herr Adolf Noise nunmal so ist, gibt es ein langgezogenes deepes Stück Musik, was in seiner Subtilität einfach toll ist. Vielleicht tragen dazu auch einfach nur die eingesprochenen Vocals von Ukumori bei . Auch wenn da eine Einkaufsliste runtererzählt wird, es hat was. Kannten wir bis jetzt nur bei Kabale und Liebe. Oder es ist der sich ständig wiederholende, tiefe Gong irgendwo in den Mitteltönen der eine ganz eigene Athmosphäre aufbaut. Was es auch ist, wir freuen uns.

Ein wirklich guter Track. Wir warten auf die Vol. 2 der Remixes. Ach ja, die B-Seite gefällt nicht

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[rating: 4/5] wegen der B-Seite.

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Andomat 3000 – Hit Ze

Hitze! Ja die herrscht hierzulande wirklich vor. Bei Andomat auf jeden Fall noch ein bißchen mehr. Wie sonst lässt sich erklären, dass der von uns eigentlich sehr geschätzte Produzent so ein verdammt langweiliges 16-Step Gebrabbel aus der Kiste lässt und dazu noch angesammelte Samples aus der Filmsammlung der alten Mitschüler in den Topf haut. Gut, ordentlicher Grundrhythmus, sauber gemasterte Bass- und Drumline sind die Eckpfeiler aber dann kommen (man flüchtet noch eben noch vor der Ethnowelle), ja dann kommen BONGOS! Ich möchte dazu jetzt auch nichts mehr schreiben. Nicht mal der Solomun Remix konnte da was rausreissen. Schade, das nächste mal bitte wieder ein wenig einfallsreicher.

[rating: 2/5]

Andomat 3000 – Hit Ze (Four:056)

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